Was Dreiräder mit vier Rädern mit einem Fussballer zu tun haben und warum meine Frau daran Schuld ist

Abends auf dem Sofa.
Ich sitze mit dem Laptop auf dem Schoß da und arbeite noch etwas. Mein Arbeitgeber ermöglicht mir tagsüber weniger Zeit im Büro zu verbringen, damit ich abends noch etwas Zeit mit den Kids verbringen kann. Dafür kümmere ich mich um meine Todo-Liste, sobald die beiden im Bett sind.
Meine Frau sitzt neben mir und beschäftigt sich mit dem Smartphone. Dann durchbricht sie die Stille.
„Wir können den Pucki Wutsch für 17 Euro bekommen.“
Ich drehe den Kopf, schaue sie an und entgegne theatralisch „Mensch, und ich hab heute morgen noch gedacht, dass wir einen Pucki Wutsch brauchen.“
Lachen.
„Aber wir haben doch schon mal darüber gesprochen.“
Lachen.
„OK. Aber was soll denn ein Pukki Wutsch sein?“
„Ein Dreirad.“
„Dann nenn es doch Laufrad.“
„Aber es ist ja kein Dreirad. Es hat vier Räder.“
„Dann nenn es Vierrad.“
„Aber es ist ein Pukki Wutsch.“ Read more

„Neue Väter – neue Karrieren“ in einem Satz

Neulich bei einer der aktuell viel hereinkommenden Pakete lag ein dünnes Buch obenauf, von dem ich erst dachte, es wäre Werbung oder ein Beileger. Der Hinweis „empfohlen von Sat.1“ bestätigte mich in der Meinung. Ich hielt es kurz hoch und wollte es schon auf den Müllberg legen, als meine Frau ergänzte „Ja, habe ich gesehen. Für dich.“

OK. Das ist dünn und soll in 30 Minuten durchgelesen sein. Schaffe ich sogar auf dem Weg ins Büro. Wenige Tage später auf dem Weg nach London las ich es. Die 30 Minuten hauen wohl hin. Der Fast-Reader am Ende des Buches, der es nochmal zusammenfasst, hätte es auch getan.

Für alle, die überlegen sich das Buch auch zu holen, kann ich es vorab sogar noch kürzer zusammenfassen. Ein Buch in einem Satz:

Sei authentisch – als Arbeitgeber, Partner und Vater – und sprich darüber.

Punkt. Danke für die Aufmerksamkeit.

Mehr steht da am Ende tatsächlich nicht drinnen, obwohl eine ganze nette Beispiele fallen und es schön ist, sich an gewisse Dinge zu erinnern. Es hilft, sich schnell zu hinterfragen und wieder auf Kurs zu kommen. Speziell, wenn es mal nicht so läuft.

Bin ich ein guter Vater? Stört die Arbeit mein Vatersein? Sind wir noch ein Paar oder zwei Eltern-Singles?

Ich für meinen Teil bin froh, dass die Lektüre bestätigte, dass ich einen wunderbaren Job habe bei einem Arbeitgeber, der mein Vatersein fördert und der glechzeitig Selbstbewusstsein und Selbstwergefühl stärkt.

Es hilft aber immer wieder schwarz auf weiß zu lesen, immer noch verständnisvoller für den Nachwuchs zu sein und die Zeit intensiver zu nutzen. Erst recht innerhalb der Woche nach Feierabend.

Mein Vorsatz ab sofort: Smartphone auf die Kommode, wenn ich das Haus betrete und es dann erst wieder anrühren, wenn die Kids im Bett sind.

Über den Umgang mit dem Erstgeborenem

Wochen vor der Geburt unseres zweiten Sohnes, haben wir uns den Kopf zerbrochen, wie man den dann großen Bruder auf die neuen Herausforderungen vorbereiten kann. Wie schaffen wir es, dass er den Kleinen von Beginn an akzeptiert und versteht, was hier überhaupt passiert. Das war umso schwieriger, da er selber erst 20 Monate war, als sein kleiner Bruder zur Welt kam. Da war das mit dem Erklären schwierig.

Wir versuchten es trotzdem. Wir redeten immer wieder über den kleinen Jungen, der in Mamas Bauch wuchs. Es war ein Glücksgefühl, als er den dicken Bauch das erste Mal küsste. Egal, ob er verstand, dass dort ein neuer Mensch heranwuchs.
Wir schenkten ihm ein Buch, in dem es um den großen Bruder ging. Wir schauten es einige Male mit ihm an. Doch obwohl er Bücher für sich entdeckte, landete dieses immer wieder in der Ecke.

Wir hatten leichte Sorgen, dass er sich vom Thron gestoßen fühlen könnte und er mit seiner bockigen Art zur Belastung werden könnte. Ich selber war eher positiv, dass es er gut meistern würde. In den kritischen Phasen würden wir ihm beistehen. Read more

Über die Gelassenheit beim zweiten Kind

„Das zweite Kind läuft einfach so mit.“
Wie oft haben wir diesen Satz während der Schwangerschaft gehört. Und ich fand ihn absoluten Unfug. Ich finde ihn immer noch totalen Bullshit.

Denn auch das zweite Kind braucht Schutz, Zuneigung und Aufmerksamkeit. Sehr viel Aufmerksamkeit. Unglaublich viel Zeit. Wesentlich mehr Zeit, als es der Große bedarf. Auch wenn er gerade am Anfang mehr Zeit einfordert, als vor der Geburt. Die hat er sich auch verdient und soll er bekommen. Was aber keinesfalls bedeutet, dass der Neugeborene dann halt nur irgendwie dabei ist. Wir haben uns zum Anfang aufgeteilt. Erst spielt Papa mit dem Großen, während Mama den Kleinen im Arm hält. Dann tauschen wir die Rollen. Manchmal in getrennten Räumen, aber oft dicht beieinander. Schließlich sollen sich Beide aneinander gewöhnen. Und wir wollen Zeit als Familie verbringen. Besonders in der Elternzeit, am Wochenende und im Urlaub.

In den nächsten Wochen und Monaten wird es sicherlich Situationen geben, in denen der Kleine dann halt einfach mit „muss“, da wir zusammen was Schönes mit dem Großen erleben wollen. Aber nicht im Stile von, der läuft halt so mit, während wir unseren Alltag gestalten. Das klingt so, als würde man keine Rücksicht nehmen, die man dem Erstgeborenen geschenkt hat. Read more

Sei ruhig unvernünftig

Ihr kennt das. Vorher ward ihr so wild. Ihr habt nicht nur heftig gefeiert. Ihr habt euch auch keinen großen Kopf und erst recht keine Sorgen gemacht. Das musste noch nicht immer eine große Sache sein. Auch im Kleinen war es alles schon ungezwungener. Mal ehrlich. Wie oft seid ihr auf dem Sofa aufgewacht. Mitten in der Nacht. Der Fernseher lief noch und das Licht war noch angeknipst.

Dann kam euer Nachwuchs. Und irgendwie schlagartig seid ihr vernünftiger geworden. Ihr macht euch mehr Gedanken über eure Familie, das Leben und die Welt. Wenn ihr müde auf dem Sofa werdet, steht ihr auf und geht ins Bett. Und wenn ihr doch mal wegnickt, wacht ihr Minuten später erschrocken auf. Dann geht es schnell im Bett. Schließlich schläft man dort doch gesünder und ist dichter beim Kind, falls irgendwas ist. Außerdem ist es diese Routine nachts im Bett zu schlafen, die euch Halt und Sicherheit gibt. Und damit auch der Familie. Das ist wichtig.

Doch ist es das wirklich?
Muss man immer vernünftig sein und seinen eigenen, nie aufgestellten Regeln folgen?
Nein. Sicherlich nicht! Read more

So hat sich Papa.Weerke verändert

Über Johnnys Papablog bin ich auf die Blogparade von 2Kindchaos gestolpert. Ich hatte eh schon länger lose Gedanken und Notizen zu einem ähnlichen Text im Kopf. Aber wie so oft im Blog, bleiben Texte erstmal liegen. Versiegen oft. Werden aber manchmal durch externe Einflüsse gepusht.

Schreibfaulheit

Da wären wir auch schon bei meinem ersten Punkt. Früher haben meine Frau und ich (also wirklich früher, als ich noch Freundin geschrieben hätte) abends nebeneinander auf dem Sofa und auf dem Schoss ein Laptop. Ich hab wie wild Blogtexte eingetippt und an den Themes gefeilt. Ich liebe das schreiben. Heute noch genauso, wie früher.

Und trotzdem ist es weniger geworden. Ich habe Blogdomains gekündigt und die Frequenz deutlich nach unten gefahren. Die meisten Texte schreibe ich am Smartphone. So wie diesen hier, während unser Kleiner zwischen uns Mittagsschlaf hält. Textideen gehen mir nie aus. In Evernote pflege ich eine immer länger werdende Liste mit Projekt/Blog-Ideen.  Read more

Das kranke Kind – Darauf bereitet dich auch keiner vor

Es gibt so viel Lektüre für Eltern und auch speziell für Väter. Ratgeber, Geschichten und was sonst noch alles. Das ist einiges Tolles dabei. Diese Texte sind deshalb so toll, weil sie nicht nur über die unglaublich schönen Augenblicke vorbereiten, sondern dir rechtzeitig das wahre Leben näher bringen. Horrorgeschichten von Koliken, nächtlichen Autofahrten und bockigen Kindern. Ich fand gerade Infos um die Schübe des Kindes anfangs gut und hilfreich, da es mich beruhigt hat. Ich fühlte mich besser vorbereitet.

Worüber man aber kaum was liest, sind die skurile oder schon alltäglichen Geschichten, wenn der Nachwuchs krank ist.

Beispielsweise von dem glühend roten und geschwollenen Penis deines Jungen, wenn er eine Vorhautentzündung hat.

Oder von den ersten Versuchen mit einem Zäpfchen. Unser Kleiner war tagsüber übel gestürzt und wachte nachts mit Schmerzen und geschwollener Lippe auf. Er ließ sich einfach nicht beruhigen, so dass wir ihm ein Zäpfchen verpassten. Also ich. Artig las ich fix den Beipackzettel, wärmte das Zäpfchen kurz in meiner Hand vor und fuhr es ein. Triumphierend stand ich da, als das weiße Ding wieder vor mir lag. Der zweite Versuch das Zäpfchen erneut einzuführen, endete in einem Krümelmassaker. Also zweiter Versuch. Diesmal tiefer reindrücken, doch man spürt direkt den Gegendruck. Also fungierte mein Daumen als Pfropfen, ehe der Kleine aufgegeben hatte dagegen anzukämpfen. Read more

Ruhe mit dem Kind als Luxus

Wie jeden Morgen seit Wochen schiebe ich den Kinderwagen raus und schließe hinter mir ab. Er lächelt mich und lässt sich zurück in den Wagen fallen. Das Lachen wird breiter als wir über die Straße holpern. Er mag es, wenn der Wagen schaukelt. Papa dazu Motorengeräusche macht.

Wir fahren zusammen die Straße entlang. Immer der Sonne entgegen. Das ist unsere wenige Zeit, die wir innerhalb der Woche haben. Doch wir albern nicht rum. Ich erkläre ihn nur hin und wieder, was wir sehen. Besonders, wenn er sich nach vorne beugt und auf ein Auto zeigt.

Processed with VSCO with c1 preset

 

Read more

Lasst uns einfach nur Papa sein

Wir modernen Väter sind einfach Superhelden. Wir wechseln Windeln, füttern unser Kind, schieben den Kinderwagen bei strömendem Regen durch die Gegend und toben ständig mit unserem Nachwuchs. 
Aber wenn wir ehrlich sind, sieht die Realität etwas anders aus. 

Klar wechseln wir die Windeln, aber nur so lange, bis sie richtig mies stinken und wir der Frau von Kotzkrämpfen erzählen. 

Wir lieben es unser Kind zu ernähren und verlieren die Geduld, wenn das Essen durch die Gegend fliegt und übergeben dann entnervt der Frau. 

Wir schieben und schieben, gehen aber irgendwann dazu über, dass das Kind jetzt aber mal im Bett schlafen muss. 

Wir sind furchtbar gern der Quatschmachee, werfen uns nach einer halben oder ganzen Stunde geschafft auf’s Sofa.

Und selbst, wenn du alle Kriterien des Superpapas zu 75, 80 oder gar annähernd 100 Prozent erfüllst (tust du das wirklich? Immer?), sollten wir unser Superheldkostüm in den Schrank hängen. 
Denn sicherlich ist die Entwicklung der Väter grandios, erst recht, wenn sie Elternzeit nehmen und das sogar gern. Es ist großartig zu sehen, wie Väter echte Verantwortunf übernehmen, dazu stehen und es in der Öffentlichkeit zeigen. 
Doch die größte Anerkennung gebührt auch weiterhin der Frau. Denn sie erledigt all das, wofür wir uns feiern lassen, jeden Tag. Und zwar ohne Pause, weil es komisch riecht, regnet oder sie geschafft – gar angeschlagen – ist. Sie übernimmt, wenn es die Überväter nicht wuppen können oder wollen. 
Natürlich können wir Papas gar nicht all das in der Fülle leisten. Aber genau darum sollten wir uns nicht so hochleben, sondern einfach weiter das machen, was uns Freude bereitet und weswegen wie Nachwuchs haben wollten. Lasst uns einfach nur Papa sein, so wie eure Frau/Freundin „nur“ die Mutter ist. 

Fragen und Zweifel zur Förderung von Einjährigen

Unser Sohn ist jetzt elf Monate alt. Meine Frau hat sich ganz wundervoll um ihn gekümmert. Am Wochenende war immer Papazeit. Der Kleine entwickelt sich hervorragend und doch habe ich seit einigen Tagen Zweifel. Liebe hat er zu hauf bekommen in seinem gesamten Leben. Aber haben wir ihn genug gefördert und vor allem, können wir ihn in den kommenden Monaten ausreichend fordern?
Bei der Vergabe eines Krippenplatzes sind wir leider leer ausgegangen. Die Suche nach einer Tagesmutter bedarf genauso viel Geduld und Glück. Für uns kommt hier nur eine optimale Lösung in Betracht. Es muss passen. Vor allem menschlich. Ansonsten bleibt meine Frau ein weiteres Jahr zu Hause. Weil sie es mag und wir es können. Hätte sie große Probleme damit ein weiteres Jahr mit ihm im Haus zu bleiben, würde ich nach anderen Lösungen suchen. So ist es eine komfortable Situation. 
Wenn da nicht die Überlegungen mit der Entwicklung des Kleinen wäre. Für das erste Jahr ist die Betreuung zu Hause mehr als optimal. In den ersten Monaten lernen sie noch so unglaublich viel und brauchen gar keine große unterschiedliche Bespaßung. Was nicht heißen soll, dass es nicht anstrengend ist den Kleinen groß zu ziehen. Ganz und gar nicht. Aber man muss – und sollte vielleicht – nicht zu viele Reize setzen. Mit einem Jahr jedoch versteht er viel, kennt schon einiges und will weiter lernen. 
Wie macht man das, wenn man täglich im selben Umfeld ist. Selbst wenn unser Kleiner den Luxus genießen darf den Garten vor der Terassentür zu haben, in dem er die Natur hautnah entdecken kann. Doch genügt ihm das? Reichen gelegentliche von und bei befreundeten Kinder? Brauch er nicht den täglichen Kontakt und die Auseinandersetzung mit Kindern? Sicherlich würde ihn das mehr fordern und fördern, auch Konflikte mit Gleichaltrigen zu bestreiten. Das sind Aufgaben, die im Alltag leider größtenteils von meiner Frau getragen werden müssen. 
Ich frage mich trotzdem – und vielleicht auch dessen umso mehr – wie ich hier als Dad helfen kann? Was kann ich bieten, planen und mit dem Nachwuchs durchleben? Wie stelle ich sicher, dass er sich weiterhin so großartig entwickelt? Was muss ich leisten und was wäre vielleicht zu viel, weil nicht benötigt?
Ich weiß es ehrlich noch nicht. Ich kann nur versuchen der gute Vater zu sein, der da ist, mit dem Kleinen die Welt entdeckt und immer ein waches Auge auf den Alltag zu werfen.